Meine Lehrmeisterin Zora


Ich übernahm Zora 2015 von einer Reitschule in Berlin.

 

Der jahrelange Schulbetrieb, Boxenhaltung, Isolation und unpassendes Equipment hatten, bei der sensiblen Stute, schwerwiegende physische und psychische Spuren hinterlassen.

Unter anderem ware die komplette Muskulatur im Bereich des Rückens athrophiert. Zora litt unter einer Trageerschöpfung, unspezifischen Lahmheiten und konnte überhaupt keine Last mit der Hinterhand aufnehmen.

 

Nach zwei Wochen in meinem Besitz vergesellschaftete ich, die mir als unsozial verkaufte Stute, mit ihrer neuen Herde und Zora durfte einfach nur Pferd sein.

Ich ritt sie zunächts fast garnicht und wir unternahmen ausgedehnte Spaziergänge in die Natur, an denen sie bis heute die größte Freude hat.

 

Nach und nach wurde ihr körperlicher Zustand besser, so richtig wollte das Training aber keine Erfolge zeigen.

Darmals arbeitete ich intensiv mit Zora nach verschiedensten Methoden, aber ich konnte keine positive Veränderung in Zoras ungünstigem Laufverhalten sehen, Muskulatur fehlte deutlich und baute sich einfach nicht auf.

Ich suchte immer mehr nach Erklärungen und Lösungsansätzen, die mir helfen konnten Zora körperlich zu unterstützen.

So distanzierte ich mich immer mehr von "Methoden" und fand zurück zu meinem eigenen Weg.

 

Ich hinterfragte immer wieder erneut unseren Trainingsplan und besuchte (und besuche) zahlreiche Kurse, insbesondere von Trainern, die nach der akademischen Reitkunst unterrichten.

Nach und nach stellte ich unser Training um und trainierte immer kleinschrittiger mit Zora.

Von da an entwickelte sich der Rücken zum ersten Mal positiv und die Lahmheiten verschwanden.

Bis heute arbeiten wir immer noch an Basics, aber Zora sieht deutlich besser und stärker aus. Sie hat endlich wieder Freude an der Bewegung gefunden, die sie zuvor verloren hatte.

 

Durch die Beschäftigung mit der akademischen Reitkunst habe ich nochmal neu "sehen gelernt".

Ich besuche weiterhin mehrere Kurse verschiedener Trainer pro Jahr und nehme selbst regelmäßig Unterricht bei meiner Trainerin.

 

Zora schult mich jeden Tag, in der Bodenarbeit, Handarbeit, beim Longieren und beim Reiten noch feiner zu werden und Kontrolle über jede noch so kleine Körperbewegung zu erlangen.

 

Zora lehrt mich, dass das Zusammensein mit Pferden ein Geschenk ist und man nichts als selbstverständlich hinnehmen darf.

Dafür bin ich ihr unendlich dankbar, denn von Zora darf ich in jeder Minute so viel mehr lernen, als mir ein Mensch je beibringen könnte.

Willkommen Mourice!


 

 

 

Mourice ist ganz neu bei uns und darf ersteinmal in seinem neuen zu Hause ankommen.

Er ist ein wahrer Schatz und ich freue mich sehr auf unseren gemeinsamen Weg!