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Kann man im Umgang mit Pferden „zu sanft“ sein? Ein Plädoyer für mehr Sensibilität im Umgang mit Pferden.


Ich wurde sehr höflich erzogen und ich behandle alle mir anvertrauten Pferde respektvoll, höflich und freundlich. Durch meine zierliche Statur und zurückhaltende Art wirke ich auf viele Menschen irritierend, vor allem auf solche, die nach ganz „althergebrachten Methoden“ mit Pferden arbeiten.

 

 

Leider ist es in unserer Gesellschaft nicht üblich, beziehungsweise wird es auch nicht wertgeschätzt, wenn sich jemand zurückhaltend und „freundlich abwartend“ benimmt. Es scheint, als müsse man sich in jeder Minute verkaufen, je lauter desto besser, schließlich muss derjenige, der da immer im Mittelpunkt steht, ja auch vermeintlich wichtig sein.

 

 

Bei Pferden allerdings, habe ich diesbezüglich ganz andere Erfahrungen machen dürfen.

 

 

Diese hochsensiblen Lebewesen schätzen es nämlich meiner Meinung nach sehr, wenn man sich ihnen vorsichtig nähert, mit freundlicher Energie und offenem Herzen. Auch sind sie meist sehr dankbar für ein führungsstarkes, aber gewaltfreies und respektvolles Miteinander mit uns Menschen.

 

 

Ich denke, dass Pferde uns sowieso nicht, als „anderes Pferd“ ansehen, daher halte ich die meisten Dominanz- Theorien, auch nicht für zielführend. Leider gibt es hierüber bislang meines Wissens nach auch keine aussagekräftigen Studien.

 

 

Sicherlich heißt das nicht, dass man einen unhöflichen oder gar rüpeligen Umgang seitens des Pferdes dulden sollte. Der Unterschied liegt nur in der Art und Weise wie man dabei vorgeht. Ich denke, Pferde mögen Menschen mit innerer Autorität, Klarheit und Wärme, die ihnen eine gewisse natürliche Führung vorgeben.

Meiner Meinung nach, hat das aber wenig mit Gewalt zu tun. Viele Pferde legen ihren rüpelhaften Umgang schon ab, wenn sie verstehen, dass der Mensch sich zum Beispiel nicht von ihnen bewegen lässt, sie aber bewegt.

 

 

Heutzutage im Zeitalter von immerwährend zugänglichen Medien, ist es so einfach geworden, sich über Pferde, deren Körpersprache und Verhalten zu informieren, dass ich oft erschrecke, wie wenig viele Menschen darüber wissen.

 

Wenn wir Pferde halten, haben wir meiner Ansicht nach die Pflicht uns darüber zu informieren und den Tieren das Zusammensein mit uns (Raubtieren) so einfach wie möglich zu machen.

 

 

Wir Menschen mit unserer langsamen Reaktionszeit, unserer plumpen Körpersprache und unseren aus Pferdesicht sinnlosen Ideen vergessen das leider häufig...

 

 

Warum also immer gleich mit der Faust auf den Tisch hauen, wenn es in vielen Fällen gar nicht notwendig ist? Das Pferd lernt daraus, im besten Fall nur, uns zu ignorieren.

 

 

Trauen wir uns also auch mal „leiser“ zu sein, dann kommen wir dem „Pferdeflüstern“ ein gutes Stück näher.

 

 

Ich wünsche euch ein offenes Herz und viel Spaß dabei!

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