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Die Methodik- Diskussion in der Pferdewelt- gibt es nur diesen einen Weg?


Letztens hatte ich ein erstaunliches Gespräch mit einer Bekannten.

 

Wir verstanden uns bisher immer gut und auf einmal benahm sie sich seltsam distanziert mir gegenüber. Ich dachte, ich spreche sie einfach mal darauf an, was los ist.

 

Ihre Antwort hat mich mehr als erstaunt: sie erklärte mir, dass sie sich von mir distanzieren müsse, da meine Arbeit mit Pferden so anders sei, als ihre.

 

Natürlich respektiere ich ihre Entscheidung.

 

Aber erstaunt hat es mich doch.

 

Ich empfinde in allen meinen Freundschaften (auch außerhalb der Pferdewelt) eine Vielfalt und auch Andersartigkeit als sehr bereichernd.

 

Das Menschen andere Methoden nutzen, als ich selbst, macht sie doch nicht weniger zu meinen Freunden.

Sicher, vielleicht ist es unbequem, denn man wird mit anderen Wahrheiten (nämlich den Wahrheiten der anderen) konfrontiert. Auch ich hinterfrage mich sich ständig neu und es gibt für mich nicht die eine hundertprozentige Wahrheit.

 

Daher ist mein Weg mit den Pferden auch nicht in Stein gemeißelt, sondern ein sich ständig wandelnder Prozess, der wahrscheinlich nie abgeschlossen sein wird. Von jedem Pferd lerne ich dazu und das jeden Tag aufs Neue.

 

Das Einzige, auf das ich wirklich immer zu hören versuche, sind die Pferde und mein Gefühl, denn dem kann ist eigentlich (fast) immer trauen.

 

Meiner Erfahrung nach gibt es im Pferdetraining einfach nicht „diese eine Methode“, die für jeden und für jedes Pferd funktioniert.

 

Sicher hat jeder seinen individuellen Stil, der sich im Laufe der Zeit verfestigt, aber ich frage mich bei jedem neuen Pferd mit dem ich arbeite, was für diese individuelle Pferd funktioniert. Denn das kann eine ganz andere Herangehensweise sein, als für ein anderes Pferd.

 

Ich würde mir wünschen, dass wir uns gegenseitig mehr schätzen und von den Erfahrungen anderer Pferdemenschen lernen, statt uns gegenseitig zu verurteilen, weil der andere einfach anders arbeitet, als man selbst.

 

Dann kann Andersartigkeit sehr bereichernd sein.

 

Wie heißt es so schön: „Viele Wege führen nach Rom“.

 

Das Wichtigste ist doch ohnehin die Freude bei unseren Pferden, egal welche Methode wir nun nutzen wollen!

 

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